Marstek Venus D im Test: Messwerte und Grenzen

Mario Makowski 5 Min. Lesezeit

Marstek

Kurzantwort

Einen eigenen Laborlauf zum Marstek Venus D gibt es hier nicht. Was sich zitieren lässt, ist der Testbericht von heise online bestenlisten vom 27. Juni 2026 und die Datentabelle im Marstek Shop vom 18. Oktober 2026. Heise hat zwei Akkupacks mit zusammen 5,12 kWh Nennkapazität geprüft. Beim Entladen mit etwa 1000 W kamen im Mittel 4,38 kWh am Wechselstromausgang an, bei etwa 200 W noch 4,02 kWh. Der AC-zu-AC-Roundtrip lag bei 83,4 % beziehungsweise 76,6 %. Die Produktseite mit dem aktuellen Shop-Stand ist Venus D.

Marstek Venus D All-in-One Speicher mit zwei gestapelten Modulen

Was im Bericht überhaupt auf dem Tisch stand

Die getestete Einheit bestand aus einem Steuerteil und zwei Batteriemodulen. Jedes Modul hat laut Shop und laut Bericht 2,56 kWh. Heise beschreibt vier MPPT, bis zu 4000 W PV, einen MPPT-Bereich von 25 bis 55 V und 60 V als absolute Obergrenze. Dieselbe Spanne steht in der Shop-Tabelle. Die bidirektionale AC-Leistung setzt Heise bei rund 2,2 kW an. In der Shop-Zeile steht dagegen „2.500 W (2,2 kVA)“. Watt und Kilovoltampere sind in dieser Klammer nicht dieselbe Zahl. Für eine Rechnung nimmst du das Typenschild, nicht den runderen Werbesatz.

Die Entladetests liefen von 100 % auf 12 %, weil 12 % der tiefste in der App einstellbare Punkt war. Aus 5,12 kWh Nennkapazität werden daraus rechnerisch 4,51 kWh, also 88 % des Namensschilds. Gemessen wurde AC-seitig mit einem Shelly Plug S Gen3 und einem Tasmota-Refoss-P11. Das ist der Aufbau des Berichts, keine zweite Messung von dieser Seite.

Wie sich Venus D, Venus A und die reinen AC-Geräte im Sortiment unterscheiden, steht im Marstek Speicher Vergleich. Die Anschlussart und der Ausbau ohne die Messkurven stehen im Text Venus D All-in-One.

Kapazität und Roundtrip

Bei etwa 1000 W Entladung meldete Heise 4,42 kWh am Shelly und 4,33 kWh am zweiten Zähler. Der Mittelwert 4,38 kWh entspricht 85,5 % der Nennkapazität und 97,1 % des genutzten Fensters von 4,51 kWh. Bei etwa 200 W fielen die Zähler auf 4,07 kWh und 3,97 kWh, Mittel 4,02 kWh, also 78,5 % der Nennkapazität. Der Unterschied der beiden Mittelwerte beträgt 0,36 kWh. Heise führt das vor allem auf den Wechselrichter bei kleiner Last zurück, nicht allein auf den Standby, den der Bericht mit rund 7 bis 8 W angibt.

Geladen wurde dreimal von 12 auf 100 % mit etwa 2000 W. Die AC-Energien lagen bei 5,17 kWh, 5,47 kWh und 5,12 kWh. Heise bildet daraus 5,25 kWh als mittleren Ladebedarf. Geteilt durch die Entladewerte ergibt das 83,4 % Roundtrip bei 1000 W Entladung und 76,6 % bei 200 W Entladung.

Über etwa sechs Monate lief dieselbe Art Gerät bei Heise nur als AC-Speicher, ohne Module an den MPPT. Die Marstek-App wies 478,36 kWh geladen und 361,14 kWh entladen aus, also etwa 75,5 %. Ein geeichter Eastron SDM120-M kam auf 553,37 kWh geladen und 419,60 kWh entladen, also 75,8 %. Die absoluten Mengen decken nicht denselben Zeitraum ab. Die Prozentwerte liegen nah beieinander.

Die Shop-Tabelle nennt für den Weg von der Batterie zum AC-Ausgang mehr als 94,5 %. Das ist eine andere Strecke als der Roundtrip, den Heise aus Laden und Entladen gebildet hat. Wer nur die 94,5 % in eine Jahresrechnung setzt, lässt die Ladeverluste und den Eigenverbrauch weg. Der Amortisationsrechner kennt diese Messreihe nicht. Er rechnet mit den kWh und dem Strompreis, die du einträgst.

Hybrid-Laden, Pack-Wechsel, Balancing

Heise beschreibt gleichzeitiges Laden aus Modulen und aus dem Netz. Die Akkupacks nehmen danach höchstens 2,5 kW auf. AC-seitig könne der Wechselrichter höchstens 2,2 kW aufnehmen. Eine Mischung, etwa 1,25 kW aus dem Netz und 1,25 kW von den Modulen, sei möglich. Den Fall mit 4000 W PV, bei dem der Überschuss über 2,5 kW direkt ins Hausnetz müsste, hat der Bericht nicht gefahren. Am Aufbau hingen vier Module mit zusammen 2000 W Peak.

Beim Laden mit etwa 2000 W wechselte das Gerät zwischen den beiden Packs. Die Leistung fiel dabei kurz auf 0 und stieg wieder. Heise wertet das als Vorteil, weil im Winter nicht ein Pack voll und das andere leer bleibt. Beim Entladen blieb die Ausgangsleistung in diesem Test stabil.

Am Ladeende, im Balancing, fiel die Batterieladung auf rund 550 W. Die App zeigte die PV-Leistung fast gleich hoch, drei von vier MPPT standen praktisch still, obwohl die Module kurz zuvor zusammen etwa 1600 W geliefert hatten. Der Überschuss ging in dieser Phase weder ins zweite, noch nicht volle Pack noch ins Hausnetz. Eine solche Phase dauerte in einem Durchlauf mehr als 45 Minuten. Das ist der Punkt, an dem die 4000 W auf dem Datenblatt im Alltag nicht durchgängig ankommen. Ob eine spätere Firmware das ändert, sagt der Bericht vom Juni 2026 nicht.

API, Aufstellort und Preiszeilen

Für Home Assistant nennt Heise eine lokale API und zusätzlich RS485 beziehungsweise Modbus. Im Test hing sich das Gerät, sobald die lokale API aktiv war, regelmäßig nach spätestens etwa einem Tag auf. Neuere Firmware im sechsmonatigen Zeitraum habe das nicht behoben. Eine gezielte Vorgabe der Lade- und Entladeleistung sei über diese API nicht sinnvoll möglich gewesen. Wer nur die Hersteller-App nutzt, ist davon weniger betroffen. Eine Garantie, dass der Stand vom Juni 2026 noch der heutige ist, steht im Bericht nicht.

Eine Batterieheizung fand Heise weder am Gerät noch im Datenblatt. Der Winter wurde nicht im Freien geprüft. Der Bericht rät zu einem trockenen, frostfreien Raum, weil Laden von Lithium-Eisenphosphat unter 0 °C die Zellen beschädigen kann. Die Shop-Tabelle erlaubt Betrieb von −20 bis +60 °C. Der erlaubte Bereich und ein schonender Aufstellort sind zwei verschiedene Sätze.

Preise im Fließtext des Berichts: 439 € ohne Speichermodule, 1.508 € für die Testkonfiguration mit zwei Modulen bei einer UVP von 2.397 €. Auf derselben Seite stand beim Abruf am 29. Oktober 2026 zusätzlich „ab 828,00 EUR“. Das sind verschiedene Zeilen, kein Mittelwert. Auf marstek.de standen am 18. Oktober 2026 599 €. Was Basis, Zusatzmodul oder Set ist, zeigt nur der aktuelle Warenkorb auf der Produktseite.

Für die Anmeldung zählt nicht die Überschrift „Balkonkraftwerk“. Der Ablauf steht beim Marktstammdatenregister. Eine Schaltung, die eine Leistungsgrenze umgeht, steht hier nicht. Es gilt der Haftungsausschluss.

Häufige Fragen

Hat diese Seite den Venus D selbst gemessen?

Nein. Die Kilowattstunden und Wirkungsgrade stammen aus dem Heise-Testbericht vom 27. Juni 2026. Die Nenndaten stammen aus der Marstek-Shop-Tabelle, gelesen am 18. Oktober 2026.

Warum liegen 94,5 % und 76 % nebeneinander?

Mehr als 94,5 % ist im Shop der Weg Batterie zu Wechselstrom. 83,4 % und 76,6 % sind bei Heise der volle Weg Wechselstrom zu Wechselstrom, also Laden plus Entladen.

Welcher Preis gilt?

Keiner als Dauertarif. Heise nennt im Text 439 € ohne Module und 1.508 € für zwei Module. Auf der Shop-Seite standen am 18. Oktober 2026 599 €. Der Warenkorb zeigt, was gerade enthalten ist.

Ist der Venus D ein 800-Watt-Balkonkraftwerk?

Heise ordnet ihn eher als kleine Speicher-PV-Anlage ein, weil AC-seitig rund 2,2 kW möglich sind. Ob du auf 800 W begrenzen musst, entscheidet die Anmeldung, nicht dieser Text.

Quellen

  1. heise online bestenlisten, Testbericht Marstek Venus D, Konrad Dichtl, 27. Juni 2026 (abgerufen am 29. Oktober 2026)
  2. Marstek Shop, Produktseite Venus D (abgerufen am 18. Oktober 2026)

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